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Immer mehr Bauern produzieren Lebensmittel direkt am Hof

08.03.2017

Die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln steigt und die Erfolge am Markt sind auch die Ursache dafür, dass immer mehr Bäuerinnen und Bauern in den Erwerbszweig der Direktvermarktung einsteigen: Waren im Jahr 2015 in Oberösterreich 2.086 bäuerliche Betriebe als Direktvermarkter erfasst, so sind es derzeit 2.211. Das bedeutet in den letzten zwei Jahren eine Zunahme der Anbieter um 125 Betriebe oder um sechs Prozent.

Bild Aktuelles

„Zu wissen, was man isst, und wer es erzeugt wird für immer mehr Menschen wichtiger. Wenn Bäuerinnen und Bauern nachvollziehbar erzeugen, verarbeiten und vermarkten, dann kommt ihnen das Vertrauen der Konsumenten entgegen. Die Nachfrage nach Genuss- und Lebensmitteln direkt vom Bauernhof ist noch immer höher als das Angebot, weil die Zeit für Vermarktung und Verarbeitung neben der Produktion der Rohstoffe der begrenzende Faktor auf den Bauernhöfen ist. Es gibt also noch Potenzial für Betriebe, die in der Direktvermarktung ihre Marktnische finden wollen“, ist Karl Grabmayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer OÖ, überzeugt.

Fast die Hälfte der bäuerlichen Direktvermarkter bieten den Kunden Fleisch, Fleischprodukte und Geflügel an, es sind 1.222. Gefolgt von den Produktgruppen Most, Wein und Edelbrände Milch und Milchprodukte, Eier, Säfte, Obst und Marmeladen, Betrieben mit Gemüse und Pilzen. Die meisten Direktvermarkter bieten ein vielfältiges Produktangebot. In den letzten fünf Jahren ist das Produktangebot in den Bereichen Fleisch, Geflügel, Eier, Getreide und Teigwaren, alkoholfreie Getränke und bei Obst, Früchten und Marmeladen überdurchschnittlich gestiegen.

"Gutes vom Bauernhof" – die Profis unter den Direktvermarktern
Das Qualitätsprogramm "Gutes vom Bauernhof", eine Marke der Landwirtschaftskammer Österreich, steht für bäuerliche Lebensmittelproduktion auf höchstem Niveau. In Oberösterreich sind derzeit 350 Betriebe mit diesem Markenzeichen ausgezeichnet, österreichweit sind es 1.647 Betriebe. Mit dieser Marke sollen die Profis unter den Direktvermarktern unterstützt werden und den Konsumenten Qualität und Erlebnis geboten werden.

Die Betriebe unterliegen einer externen Kontrolle. Im Internet sind diese Betriebe unter www.gutesvombauernhof.at zu finden, die Angebotspalette, Öffnungszeiten und Prämierungserfolge der einzelnen Betriebe werden dort genau angeführt. „Wir als Landwirtschaftskammer schätzen das steigende Bewusstsein der Konsumentengruppe, der Herkunft, Qualität und Saisonalität beim Einkauf wichtig ist. Deswegen ist es unser Anliegen, diesen Konsumenten möglichst hochwertige Lebensmittel anzubieten“, so Grabmayr.

Kunden aus allen Altersgruppen
Marktumfragen und Erhebungen ergeben, dass die Kunden der Direktvermarkter aus allen Altersgruppen kommen. Die Käufer schätzen den direkten Kontakt, die handwerklich verarbeiteten Produkte ohne Zusatzstoffe, das Erlebnis beim Einkauf am Hof oder am Bauernmarkt und das saisonale Angebot. Zielgruppen sind vor allem Ernährungsbewusste, Umweltbewusste, Traditionsbewusste und junge Familien mit Kindern.

Meist gibt es mehrere Vertriebswege
In der Regel haben die Direktvermarkter mehrere Vertriebswege. 80 Prozent vermarkten ab Hof, an zweiter Stelle steht die Zustellung mit 25 Prozent und der Bauernmarkt ist mit 18 Prozent die dritthäufigste Vermarktungsform. Weitere Vermarktungsformen sind der Hofladen, der Bauernladen, die Bauernecke, die Belieferung des Einzelhandels, auch die Belieferung an die Gastronomie und der Versand. Zehn Prozent der Betriebe erhalten ihre Bestellungen bereits über das Internet. Die rund 60 Bauernmärkte in Oberösterreich sind unter www.gutesvombauernhof.at/Oberösterreich/Märkte zu finden und diese sind auf alle Bezirke verteilt.

Fotocredit: LK OOE

AutorIn: Mag. Elisabeth Frei-Ollmann, LK OOE
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