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Vom Wert der Lebensmittel

06.04.2017

Die Jahreshauptversammlung des Vereins vom Ländle Bur gab Denkanstöße zum Wert von Lebensmitteln

Bild Aktuelles

Über 50 Mitglieder und Gäste konnte Obmann Martin Winder am 28. März im BSBZ in Hohenems zur Jahreshauptversammlung des Vereins vom Ländle Bur begrüßen.

Nach den Berichten und dem Rückblick wurde Obmann Martin Winder bei den Neuwahlen des Vorstands einstimmig in seinem Amt bestätigt. Die Anwesenden sprachen auch Obmann-Stellvertreter Bertram Nachbaur, Kassier Andreas Kalb und Schriftführerin Judith Heeb wieder das Vertrauen aus. Als Regionsvertreter wurden folgende Personen gewählt: Klaus Flatz, Thomas Ganahl, Johannes Gasser, Manuel Metzler, Hildegard Burtscher und Bernhard Maaß.

Anschließend lauschten alle gespannt dem Referat von Hannes Royer aus Schladming, Obmann von „Land schafft Leben“. Dieser Verein hat sich vorgenommen, neutral und transparent über die Herstellung von Lebensmitteln zu informieren. Seither sind er und seine Mitarbeiten auf verschiedenen Betrieben unterwegs, fragen und dokumentieren, wie die Lebensmittel hergestellt werden, und veröffentlichen es auf www.landschafftleben.at.

Denn bei vielen Menschen ist das Wissen über Lebensmittel verloren gegangen. So wissen laut einer Umfrage der Firma Hofer 77 % der Jugendlichen nicht, dass Bienen für die Erzeugung von Honig verantwortlich sind. Für den Großteil der Menschen ist der Preis das einzige Entscheidungskriterium.

Aber wer verliert, wenn es egal ist, wo die Milch herkommt? Natürlich der Bauer, der seinen Betrieb aufgeben muss. Aber auch der Konsument, der keine regionalen Lebensmittel mehr kaufen kann, ebenso die Verarbeitungsbetriebe und auch der Handel. Denn wenn es keine regionalen Lebensmittel mehr gibt, sind auch die Arbeitsplätze in der Verarbeitung nicht mehr nötig. Deshalb hat der Verein auch 40 Unterstützer gefunden, die die Arbeit finanzieren und die Botschaften mittragen.

Die Lebensmittel werden auf einem freien Markt angeboten und in Österreich herrschen keine idealen Bedingungen für die Produktion vor. Bei einer Vollkostenrechnung der Produktionskosten für Milch können die besten österreichischen Betriebe 1 kg Milch um 20 Cent produzieren, im Berggebiet sind es 70 Cent. Ein irischer Landwirt kann um 12 Cent produzieren! Die österreichische Landwirtschaft kann also im Preiskampf nie mithalten und muss aus Royers Sicht über die Qualität arbeiten.

Das klare Ziel des Vereins ist es, einen Wertewandel herbeizuführen. 48 % der Menschen kaufen Aktionsware. „Wer für die Masse produziert, bekommt auch nur, was die Masse bereit ist zu zahlen“, so Hannes Royer. Er sieht in der Spezialisierung und Differenzierung Potential für die österreichische Landwirtschaft. Bei der Milch ist es zB mit der Heumilch schon gelungen, sich zu unterscheiden.

In der Kommunikation mit den Konsumenten gibt es viel Aufholbedarf. Gerade Direktvermarkter sind in Kontakt mit den Kunden und können reden, reden und nochmals reden, um den Lebensmitteln einen Wert zu geben. Hannes Royer bricht auch eine Lanze dafür, bei sich selbst anzufangen und beim eigenen Einkauf den Produkten einen Wert zu geben.

Fotocredit: Armin Schwendinger/Verein vom Ländle Bur

AutorIn: DI Elisabeth Zeiner
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